Werbungskostenabzugsverbot für Aufwendungen ab 2009

Sachverhalt

Streitig war, ob das Werbungskostenabzugsverbot in §20 EStG auch dann zur Anwendung kommt, wenn nach dem 31.12.2008 getätigte Ausgaben mit Kapitalerträgen zusammenhängen, die dem Steuerpflichtigen bereits vor dem 01.01.2009 zugeflossen sind.

Das Finanzamt ließ die Aufwendungen bei der Veranlagung unter Hinweis auf §20 Abs. 9 EStG unberücksichtigt und zog insgesamt jeweils nur den Sparer-Pauschbetrag ab. Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht der eingelegten Klage statt. Der BFH wies demgegenüber die Klage ab.

 

Entscheidung

Die sich aus §20 Abs. 9 EStG ergebende Werbungskostenabzugsbeschränkung ist nach §52a Abs. 10 Satz 10 EStG erstmals auf „nach dem 31.12.2008 zufließende Kapitalerträge“ anzuwenden. Sie schließt damit nach diesem Zeitpunkt angefallene, d. h. abgeflossene Werbungkosten von einem Abzug bei der Ermittlung der Kapitaleinkünfte aus, so der BFH. Dementsprechend kann der Steuerpflichtige die im Streitjahr entrichteten Werbungskosten bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen über den Sparer-Pauschbetrag hinaus nicht abziehen.

Eine anderslautende Auslegung ergibt sich auch nicht aus dem Wortlaut der Anwendungsregelung. Der Tatbestand des §52a EStG ist nur darauf bezogen, die abziehbaren und die nicht abziehbaren abgeflossenen Werbungskosten über die Stichtagsregelung voneinander abzugrenzen.

Quelle: IWW

Zurück