Die "Arbeitsecke" ist kein häusliches Arbeitszimmer

Die Entscheidung des Großen Senats bedeutet gleichzeitig, dass auch Kosten für die beruflich genutzte Arbeitsecke im Wohn- und Schlafzimmer vom Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen sind. Das gilt selbst dann, wenn der Steuerpflichtige ein „Nutzungszeitenbuch“ führt. Denn dessen Angaben lassen sich nicht überprüfen (BFH, Beschluss vom 27.07.2015).

 

Hinweis:

Nutzt der Steuerpflichtige nur eine Arbeitsecke, können zwar die anteiligen Raumkosten nicht als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abgezogen werden. Das gilt aber nicht bei Kosten für Schreibtische, Regale oder Bürostühle. Diese Aufwendungen können als berufliche Arbeitsmittel geltend gemacht werden.

Wann sind die Aufwendungen abziehbar?

Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können unter den folgenden Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden:

Ausgestaltung des Arbeitszimmers

  • Das Arbeitszimmer muss wie ein Büro eingerichtet sein. Privatgegenstände wie Bett, Bügelbrett, Kleiderschrank oder Sofa müssen aus dem Raum entfernt werden.
  • Das Arbeitszimmer muss ausschließlich oder nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden, um darin Einnahmen zu erzielen.

Berufliche Nutzung des Arbeitszimmers

  • Das Arbeitszimmer muss den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung (§4 Abs. 5 Nr. 6b EStG) bilden. In diesem Fall können alle auf das Arbeitszimmer entfallenden Kosten abgesetzt werden.
  • Steht für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz als das Arbeitszimmer zur Verfügung, wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 € begrenzt.

 

Hinweis:

Hilfreich kann es sein, Fotos vom häuslichen Arbeitszimmer zu machen und dem Finanzamt im Zweifel vorzulegen.

Quelle: IWW

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