Kryptowährung in Deutschland

Kryptowährungen & Anleger von

Grundsätzlich ist zu prüfen, ob eine private Vermögensverwaltung oder eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt. Die private Vermögensverwaltung führt dazu, dass es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft handelt. Dieses private Veräußerungsgeschäft ist nach einer Haltedauer ab einem Jahr steuerfrei. Das ergibt sich aus dem § 23 (1) S. 1 Nr. 2 S. 3 EStG. Des Weiteren muss beachtet werden, ob aus diesen Kryptowährungen spezielle Zinsen fließen, dann würde sich dieser Zeitraum von einem Jahr auf zehn Jahre erhöhen. Wichtig ist außerdem, dass das FIFO-Prinzip angewandt werden muss. D. h. „first in first out“, die zuerst angekauften Währungen sind zuerst zu veräußern. Um dies nachzuvollziehen, sollten die Belege von der Börse bzw. Exchange gut aufbewahrt werden. Dies kann entweder über eine ordentliche Excel-Liste oder auch einem sog. Screenshot passieren, der abgespeichert wird, um Beweismittel beim Finanzamt vorlegen zu können.

 

Zu unterscheiden ist zwischen dem Mining und dem Cloudmining.

  • Das Mining tritt dann in Kraft, wenn man Zuhause die Hardware aufbaut und Kryptowährungen schürft. Somit erzielt man gewerbliche Einkünfte, da man selbständig, nachhaltig mit Gewinnerziehlungsabsicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt und es sich nicht um private Vermögensverwaltung, selbstständiger Arbeit bzw. Land- und Forstwirtschaft handelt. Dies hat die Folge, dass Sie verpflichtet sind einen Jahresabschluss, bzw. eine Gewinnermittlung, eine Einkommen- und Gewerbesteuererklärung zu erstellen.
  • Beim Cloudmining ist das etwas komplizierter, da diese Anbieter hauptsächlich im Ausland ihren Geschäftssitz haben. Insoweit ist das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen zu prüfen, da sich die Frage stellt, ob im Ausland eine Betriebsstätte vorliegt. Besonders kommt es auf die Vertragsgestaltung an, da z. B. manche Anbieter einen einfachen Mietvertrag schließen, während andere Anbieter schon eine Beteiligung im Sinne einer OHG bzw. einer KG haben und wiederum andere Anbieter lediglich das Kapital im Sinne von einer Beteiligung eines Darlehens vergüten. Diese drei unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es. Sollte dies im Rahmen einer Gesellschaft bzw. eines Selbstständigen mit Unternehmerrisiko vorhandenen Tätigkeit sein, dann handelt es sich ganz klar um eine gewerbliche Tätigkeit.

 

Der Umsatz aus der gewerblichen Tätigkeit ist der Umsatzsteuer nicht zu unterwerfen, so hat der EuGH bereits entschieden. Grundsätzlich ist der Handel und die Erstellung von Kryptowährung steuerbar, fällt aber unter Geldmittel nach § 4 Nr. 8 UStG, die steuerfrei sind.

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